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Obduktion nach Straftaten: Wann sie angeordnet wird - und warum sie im Strafverfahren so wichtig ist

Fachbeitrag im Strafrecht

Warum das Obduktionsergebnis für Anklage und Verteidigung gleichermaßen entscheidend ist

Wenn ein Mensch stirbt und die Todesursache nicht eindeutig natürlich ist, spielt die Obduktion eine zentrale Rolle im Strafverfahren. Immer dann, wenn der Verdacht eines nicht natürlichen Todes besteht oder eine Straftat nicht ausgeschlossen werden kann, ordnet die Staatsanwaltschaft eine gerichtliche Obduktion an. Das gilt insbesondere bei plötzlichen Todesfällen ohne bekannte Vorerkrankung, bei äußeren Verletzungen, ungeklärten Todesumständen oder bei Todesfällen in staatlichem Gewahrsam. Rechtsgrundlage hierfür ist § 87 der Strafprozessordnung (StPO).

Zweck und Ablauf einer Obduktion

Die Obduktion wird in der Regel von zwei Ärzten durchgeführt, meist von spezialisierten Rechtsmedizinern. Ziel ist es, die Todesursache sicher festzustellen, den Todeszeitpunkt möglichst genau einzugrenzen und Hinweise auf ein mögliches Fremdverschulden zu erkennen oder auszuschließen.

Hierzu wird der Leichnam umfassend untersucht – sowohl äußerlich als auch innerlich. Organe werden begutachtet, Verletzungen dokumentiert, Gewebe- und Blutproben entnommen und der Gesamtzustand des Körpers detailliert festgehalten. Häufig schließen sich toxikologische Untersuchungen an, etwa um Alkohol, Medikamente oder Gifte nachzuweisen. Erst das Zusammenspiel all dieser Befunde ermöglicht eine belastbare medizinische Bewertung.

Bedeutung für das Strafverfahren

Die Ergebnisse einer Obduktion sind oft entscheidend für den weiteren Verlauf eines Strafverfahrens. Sie können helfen, den Ablauf eines Tötungsdelikts zu rekonstruieren, Rückschlüsse auf Tatzeit, Tatmittel oder Täterverhalten zu ziehen – oder auch den Verdacht einer Straftat vollständig entkräften, wenn sich eine natürliche Todesursache bestätigt.

Nicht nur für die Ermittlungsbehörden, sondern auch für die Strafverteidigung sind Obduktionsbefunde von großer Bedeutung. Sie bilden eine wichtige Grundlage, um Anklagevorwürfe kritisch zu überprüfen, medizinische Schlussfolgerungen zu hinterfragen und mögliche Widersprüche aufzudecken. In geeigneten Fällen kann zudem ein privates Gegengutachten eingeholt werden, um die Ergebnisse der Rechtsmedizin unabhängig bewerten zu lassen.

Zentrales Instrument der Wahrheitsfindung

Obduktionen sind ein unverzichtbares Mittel der Wahrheitsfindung im Strafprozess. Ihre Ergebnisse dürfen jedoch niemals isoliert betrachtet werden, sondern müssen stets im Zusammenhang mit den übrigen Beweisen des Verfahrens ausgewertet werden. Wer die medizinischen Details versteht und richtig einordnet, verschafft sich einen entscheidenden Vorteil – insbesondere in der Strafverteidigung.

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